
Kindlicher Schmerz
Wenn ein Kind seinen Schmerz ausdrücken darf, kann es sich von Unerreichbarem verabschieden, Jesper Juul
Erwachsene ertragen den Kummer von Kindern oft nur schwer und bieten deshalb voreilig Ablenkungen an. Diese Ausweichmanöver unterbrechen jedoch den wichtigen Verarbeitungsprozess der Gefühle. Wenn ein Kind seine Trauer oder seine Wut offen zeigt, hält es für einen Moment an diesen Emotionen fest. Dieser Vorgang dient der psychischen Entlastung, da das Kind die Situation innerlich ordnet. Sobald die Bezugsperson den kindlichen Schmerz mit eigenen, einfühlsamen Worten benennt, entsteht eine tiefe Verbindung.
Die Kinder fühlen sich in diesem Moment wahrgenommen und begreifen ihre eigenen Regungen besser. Selbst wenn Erwachsene nicht jeden Wunsch erfüllen oder belastende Situationen sofort auflösen, hilft diese emotionale Resonanz dem Kind. Emotionale Resonanz bedeutet hier das mitschwingende Antworten auf die Gefühlslage des Gegenübers. Durch dieses Gefühl der Bestätigung findet das Kind schließlich die nötige Ruhe und lässt seinen Schmerz eigenständig los.




