
Familie ist keine Harmonieveranstaltung
In meinen Familienberatungen beobachte ich, dass Eltern die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, möglichst konfliktfrei gestalten möchten. Oftmals arbeiten beide Elternteile und wünschen sich nach Feierabend eine schöne Zeit mit ihren Kindern. Ich kann das gut verstehen, Konflikte sind anstrengend und nervenaufreibend.
Wenn mehrere Menschen zusammen leben, kommt es immer zu Konflikten. Da Eltern ihren Kindern beibringen müssen, wie Leben in Gemeinschaft funktioniert, ist ein Nein wichtig und die Frustration des Kindes auszuhalten ebenso. Dadurch werden Kinder nicht geschädigt, sondern im Gegenteil gestärkt. Kinder lernen dadurch, dass Konflikte kommen und gehen, die Liebe in der Familie aber immer bleibt.
Das kann in der Schule leider keine Lehrkraft leisten. Wenn ein Kind nicht den Stempel „verhaltensauffällig“ bekommen soll, der schwer wieder loszuwerden ist, muss es ab dem 1. Lebensjahr Frustrationstoleranz erlernen. Wir erlernen sie, indem wir Frustration ausgesetzt sind, nicht durch Beobachtung, zum Beispiel wie die Eltern mit Frustration umgehen.




