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Gleichwürdigkeit

Gleichwürdigkeit

Jesper Juul prägte den Begriff "Gleichwürdigkeit", um ihn von "Gleichberechtigung" abzugrenzen. "Gleichwürdigkeit" bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von Alter, Rolle oder Status, den gleichen Wert und die gleiche Achtung verdienen. Dies schließt Kinder und Erwachsene gleichermaßen ein.  

Obwohl Kinder möglicherweise nicht dieselben Entscheidungsrechte wie Erwachsene besitzen, weil sie noch nicht die volle kognitive Reife und Erfahrung für bestimmte Entscheidungen haben, besitzen sie dennoch die gleiche Würde. Ihre Bedürfnisse, Gefühle und Ansichten sind genauso wichtig wie die von Erwachsenen und sollten mit Respekt behandelt werden.

Kinder besitzen die gleiche Würde wie Erwachsene

Das gilt auch für Beziehungen innerhalb einer Organisation: Eine Kita-Leitung hat andere Rechte und Verantwortlichkeiten als die Mitarbeitenden, was sich in ihrer Entscheidungsbefugnis und ihrem Aufgabenbereich widerspiegelt. Dennoch haben alle Beteiligten die gleiche Würde. Das bedeutet, dass die Meinungen und Beiträge der Mitarbeitenden ernst genommen werden müssen und dass sie mit Respekt behandelt werden sollten, unabhängig von ihrer Hierarchiestufe.

Ein praktisches Beispiel für Gleichwürdigkeit verdeutlicht dies: Wenn ich einem Kind bereits wiederholt gesagt habe, es solle seinen Teller nach dem Essen auf den Servierwagen stellen, und das Kind es wiederholt nicht tut, kann dies zu Frustration führen.

Eine Aussage wie "Wie oft soll ich dir eigentlich noch sagen, dass du den Teller auf den Servierwagen stellen sollst, bis du es endlich kapierst?" missachtet die Gleichwürdigkeit. Sie impliziert, dass das Kind dumm oder unfähig ist, was seine Würde verletzt.

Hingegen wahrt eine Aussage wie "Ich merke, dass es mich wütend macht, wenn du deinen Teller nicht auf den Servierwagen stellst. Ich möchte, dass du das jetzt tust" die Würde des Kindes. Hier drückt die sprechende Person ihre eigenen Gefühle klar aus und formuliert eine Erwartung, ohne das Kind persönlich abzuwerten oder zu beschämen. Die Kommunikation ist direkt und klar, ohne die Integrität des Kindes zu untergraben. Dies fördert eine respektvolle Beziehung, in der das Kind ernst genommen wird, auch wenn es eine Anweisung erhält.