Warum echte Partizipation: Selbstbewusstsein, Verantwortung & Orientierung schenkt
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Was hat der Regenwald mit Erziehung zu tun?

Was hat der Regenwald mit Erziehung zu tun?

Wenn ich Eltern oder Kitamitarbeitenden die Wichtigkeit der Verantwortung für das sichere Aufwachsen eines Kindes erkläre, erzähle ich gern diese kurze Geschichte: Stell Dir vor, Du fliegst nach Brasilien und buchst einen Tourguide, der Dir den Regenwald zeigen soll. Du kennst Dich dort nicht aus. Du weißt weder, welche Pflanzen und Tiere ungefährlich sind, noch, welchen Weg Du nehmen sollst oder wie Du wieder herausfindest. Du vertraust der Erfahrung und Expertise des Tourguides und erwartest, dass der Guide Dich sicher durch dieses fremde Gebiet führt und Gefahren von Dir abhält.

Kinder können sich keine neuen Eltern oder neue Kitamitarbeitende suchen.

Der Tourguide stellt Dir nun ständig Fragen wie „möchtest Du links oder rechtsherum gehen?“ oder „möchtest Du von dieser Frucht kosten?“ - „willst Du diese Schlange streicheln?“ oder „wir gehen jetzt nach Norden, okay?“. Was denkst Du dann? Du hast den Tourguide engagiert, um Dich sicher zu fühlen. Stattdessen vermittelt der Guide Dir den Eindruck, er weiß selbst nicht, was richtig ist, weil er Dich fragt, obwohl Du Dich im Regenwald nicht auskennst. Das erzeugt bei Dir ein Gefühl der Unsicherheit und Überforderung. Also bittest Du den Guide umzukehren und suchst Dir einen neuen Guide, der Dich sicher durch den Regenwald bringt.

Kinder können sich keine neuen Eltern oder neue Kitamitarbeitende suchen. Sie fühlen sich aber komplett hilflos, wenn die Kommunikation mit ihnen hauptsächlich daraus besteht, dass sie den ganzen Tag viele Fragen beantworten und viele Entscheidungen selbst treffen. Eine Kommunikation, die zu viele offene Fragen beinhaltet, überfordert Kinder. Erwachsene müssen Orientierung geben,  den Weg oder die Richtung weisen und somit Sicherheit vermitteln.